Kulturübergreifendes Kulturtraining

coverpreview«Mit diesem Buch verfolge ich den Ansatz des kulturübergreifenden Kulturtrainings. Es ist meine Absicht, Sie zu sensibilisieren und Sie anzuregen, sich intensiver mit der Thematik „Kultur“ auseinander zu setzen. Länderspezifische Kulturtrainings sind sicher eine gute Sache und sie haben ihre Berechtigung. Es besteht aber die Gefahr, dass man sich zwar theoretisches Wissen über eine spezifische Kultur aneignet, ohne jedoch die andere Kultur und die tieferliegenden Gründe für ihre Andersartigkeit zu verstehen. Eine weitere Gefahr des länderspezifischen Kulturtrainings ist es, vorschnell Stereotypen über die andere Kultur („die Deutschen sind so“, „die Griechen sind so“ etc.) zu übernehmen, ohne diese weiter zu reflektieren oder zu hinterfragen. Auf diese Weise steckt man Angehörige einer anderen Kultur vorschnell in eine Schublade. Leider wird dadurch echte interkulturelle Begegnung und Kommunikation verhindert; der andere und seine Prägung bleiben unverstanden.» Jürgen H. Schmidt: Basics interkultureller Kommunikation, S.49f.

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Eine Definition von „Kultur“

coverbasics«Der Ethnologe Lothar Käser definiert Kultur so: „Kulturen sind Strategien zur Daseinsbewältigung“. Bei dieser Definition steht die Gestaltung des Lebens und Überlebens des Menschen im Vordergrund. Überall da, wo Menschen zusammenleben, brauchen sie gewisse Regeln, die das Miteinander ordnen und das Verhalten des anderen in gewisser Weise kalkulierbar und vorhersehbar machen. Damit verbunden ist eine ethische Dimension; jede Kultur entwickelt gewisse Werte, die zur Bewertung des Verhaltens und zur Unterscheidung von „gut und böse“ herangezogen werden.»
Jürgen H. Schmidt: Basics interkultureller Kommunikation, S. 34