Leseprobe aus: Kultur – was ist das?

Nachfolgend eine kurze Leseprobe aus Kapitel 2: Kultur – was ist das?

„Mit diesem Buch verfolge ich den Ansatz des kulturübergreifenden Kulturtrainings. coverbasicsEs ist meine Absicht, Sie zu sensibilisieren und Sie anzuregen, sich intensiver mit der Thematik „Kultur“ auseinander zu setzen. Länderspezifische Kulturtrainings sind sicher eine gute Sache und sie haben ihre Berechtigung. Es besteht aber die Gefahr, dass man sich zwar theoretisches Wissen über eine spezifische Kultur aneignet, ohne jedoch die andere Kultur und die tieferliegenden Gründe für ihre Andersartigkeit zu verstehen. Eine weitere Gefahr des länderspezifischen Kulturtrainings ist es, vorschnell Stereotypen über die andere Kultur („die Deutschen sind so“, „die Griechen sind so“ etc.) zu übernehmen, ohne diese weiter zu reflektieren oder zu hinterfragen. Auf diese Weise steckt man Angehörige einer anderen Kultur vorschnell in eine Schublade. Leider wird dadurch echte interkulturelle Begegnung und Kommunikation verhindert; der andere und seine Prägung bleiben unverstanden. Daher ist meines Erachtens ein kulturübergreifendes Training für den Erwerb interkultureller Kompetenz unerlässlich, um ein differenziertes und angemessenes Verständnis anderer Kulturen und kulturell geprägter Verhaltensweisen zu erlernen. Ein länderspezifisches Kulturtraining ist dann eine gute und wichtige Ergänzung dazu, um die kulturellen Ausprägungen eines bestimmten Landes kennen zu lernen – vorausgesetzt man vermeidet die Übernahme von Stereotypen.“

Jürgen H. Schmidt. Basics interkultureller Kommunikation. Bausteine für die Entwicklung interkultureller Kompetenz. S.48f.

 

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